MM-Münsterscher Männergesangverein 1889 e.V.
Vorsitzender: Oliver Haug
An den Bleichen 8
48151 Münster
fon +49 - (0)251 - 390 99 66
fax +49 - (0)251 - 390 99 67
Homepage: www.mm1889.de
Chorleiter: Gerhard Wild
Hoyastr. 7
48147 Münster
Tel.: 0251-29 31 13
Probentag: Freitag
19.00 - 21.00 Uhr
Gaststätte "Mauritius"
Warendorfer Str. 71
48145 Münster
0251 - 3 68 41
Der Chor
Der MM hat weit über Münsters Grenzen hinaus einen klangvollen Namen. Die großen Konzertprojekte der letzten Jahre (Halle Münsterland, Stadttheater etc.) waren immer ausverkauft. Großes musikalisches Können wurde nicht nur seitens der Presse bescheinigt. Seit über 3 Jahrzehnten bündelt Gerhard Wild als Chorleiter und Créateur de la musique die Generationen und lässt ihre Energie in erfolgreichen und Aufsehen erregenden Konzerten münden.
Die Gemeinschaft
Der MM pflegt seine Traditionen, ist aber ebenso aufgeschlossen gegenüber Modernem und Ungewöhnlichem. Schüler, Studenten, Berufstätige und Pensionäre sind neugierig aufeinander, menschlich und musikalisch. Eine 40 Jahre bestehende Freundschaft zum international renommierten York Philharmonic Male Voice Choire aus Münsters Partnerstadt wird seit 5 Jahren ergänzt durch einen menschlich und musikalisch fruchtbaren Kontakt zum Lochems Mannenkoor aus den Niederlanden.
7- Konzertreise nach York, Großbritannien
Der Münstersche Männergesangverein (MM) fuhr mit 109 Personen nach York. Dort galt es, das 40 jährige Jubiläum der Partnerschaft mit dem York Philharmonic Male Voice Choir (YPMVC) zu feiern. Erstmals wurde der MM dabei von einer offiziellen Vertretung der Stadt Münster begleitet. Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson fuhr mit der Gruppe. Für den MM war es die 7. Konzertreise nach York.
Von Münster aus ging es mit zwei Bussen zum Hafen nach Rotterdam, zum Europoort, dem Anleger des Fährschiffes „Pride of Hull“. Nach einer ruhigen Überfahrt war die Gruppe am Samstagmorgen um 9 Uhr in Hull. Unterwegs musste die Uhr um eine Stunde zurückgestellt werden, Da in Großbritannien nicht die Sommerzeit gilt. Nach dem Auschecken in Hull wartete schon das Empfangskomitee des Yorker Chores auf die Münsteraner. Sicher wurden die Busse nach York geleitet. Die Fahrt im Linksverkehr lies anfänglich machen Reisenden erschrecken, wenn die entgegenkommenden Fahrzeuge rechts vorbeifuhren. Daran hat man sich aber schnell gewöhnt.
Am Best Western Monkbar Hotel in York, dem Quartier des größten Teils der Reisegruppe; wurden die Reisenden abgeholt, die privat untergebracht waren. Vom Hotel waren es nur wenige Minuten Fußweg bis ins Zentrum der Stadt. Für alle Nichtsänger war der Nachmittag zur freien Verfügung, um die Stadt zu erkunden oder sich mit den Freunden aus York zu treffen. Die Chöre trafen sich zu einer gemeinsamen Probe mit den Solisten Mark Coles (Bass) und Peter Schwarz (Bass) sowie dem Salonorchester Münster, das ebenfalls mitgereist war.
Empfang im Mansion House
Der offizielle Teil des Besuches fand am Nachmittag im Mansion House(Rathaus), dem Amtssitz des Lord Mayor(Bürgermeister der Stadt York) statt. Ein ausgewählter Personenkreis aus beiden Chören und Frau Bürgermeisterin Vilhjalmsson wurden dort vom The Right Honourable, the Lord Mayor of York Councillor Brian W. J. E. Watson und vom Sheriff Honorary Aldermann David Wilde mit ihren Damen und vom Präsidenten des Yorker Chores, Honorary Aldermann Keith Wood, empfangen. Der Lord Mayor ehrte verschiedene Sänger aus beiden Chören für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Erhaltung und Weiterführung der Partnerschaft zwischen den Chören. Nur durch solches Engagement werden Städtepartnerschaften mit Leben erfüllt. Frau Vilhjalmsson überbrachte die Grüße des Rates und der Verwaltung der Stadt Münster und gratulierte den Chören zu ihrer Partnerschaft und Freundschaft. Nachdem sich alle Anwesenden in die Gästebücher des Lord Mayor und des Sheriffs eingetragen hatten, wurden sie durch das Mansion House geführt.
Konzert im York Minster
Erstmals in 40 Jahren haben der MM und der YPMVC jetzt ein Konzert im York Minster, im Chapter House, gesungen. Das Chapter House ist der Kapitelsaal im York Minster. Dieser Raum bietet ca. 300 Konzertbesuchern Platz. Er war an diesem Abend ausverkauft. Bevor die Honorationen der Stadt York ihre Plätze einnahmen, wurden sie vom Konzertpublikum stehend empfangen. In ihren Amtsroben machten sie richtig Eindruck. Der Veranstaltungsort, so könnte man meinen, ließe nur ein geistliches Konzertprogramm zu. Weit gefehlt. Mit einem fulminanten „Let All Men Sing“ aus 120 Sängerkehlen begann dieses Konzert. Bei diesem Auftakt lag die musikalische Leitung in den Händen von Musical Director Berenice Lewis. Klang es am Nachmittag noch sehr hallig, weil kein Publikum bei der Probe war, so war es am Abend ein tolles Klangerlebnis. Die Phil’s sangen verschiedene Volkslieder und ein Spiritual. Besonders beeindruckend war ihr „The Lark in the Clear Air“, ein traditionelles Irish Lied. Das Salonorchester Münster bewies einmal mehr seine Vielseitigkeit. Nicht nur „Walzerseeligkeit“ sondern auch fetzige Musicalmelodien aus der West Side Story bis hin zu Dimitri Schostakowitsch „Second Walz from Suite No.2 for Jazz Orchestra“ zogen es alle Register seines Könnens. Dabei bewiesen alle Musiker auch ihr solistisches Können. Dieses Ensemble, das nun schon zum zweiten Mal mit dem MM in York war, hat da durchaus schon seine Fans. Der MM hatte zu diesem Jubiläum ein völlig neues Programm erarbeitet. Chorleiter Gerhard Wild hatte weltbekannte Filmmusiken für Männerchor und Salonorchester umgeschrieben und arrangiert. „My Own True Love“ ließ schon ein Raunen durch das Konzertpublikum gehen. Aus dem Film Frühstück bei Tiffany sang der MM zusammen mit dem Bassisten Mark Coles „Moon River“ und vor der Pause aus „Exodus“ wieder mit dem Solisten „This Land Is Mine“. Das Publikum war begeistert. Mit stehenden Ovationen wurden die Akteure in die Pause begleitet.
Der gastgebende Chor hatte für jeden Konzertbesucher ein Programmheft auf den Stuhl gelegt. Das ist auch bei uns nicht ungewöhnlich. In England bekam jeder Konzertbesucher aber auch noch eine Flasche Mineralwasser dazu. Das kennen wir nicht so.
Nach der Pause bot das Programm einen weiteren Höhepunkt. Aus Cole Porters „Die oberen Zehntausend“ war von Gerhard Wild „Well, Did You Evah?“ für zwei Basstimmen und Salon-orchester arrangiert worden. Mark Coles und das MM-Eigengewächs Peter Schwarz boten diese Nummer gesanglich hervorragend und komödiantisch dar. Es schildert eine Szene, bei der sich zwei Schwarze! Auf einer Party den neuesten Klatsch erzählen. Es endet damit, das beide Walzer tanzend ihre Konversation beenden. Musik und Humor vom Feinsten!!! Im münsterschen Dom ist so etwas nicht vorstellbar. Im York Minster kein Problem. Das Publikum hat sich bei dieser Nummer köstlich amüsiert. Die Phil sangen in deutscher Sprache „Der Mond ist aufgegangen“ von J.P.A.Schulz. Eine Avance an den deutschen Gastchor.
Zum Schluß des Konzertes noch einmal toppen? War das noch möglich? Jawohl!!! Unter der Leitung von Berenice Lewis sangen Phil und MM Glenn Millers „Moonlight Serenade“. Gerhard Wild durfte das wirkliche Schlußstück dirigieren. Phil, MM und Mark Coles sangen „It don’t Mean a Thing / Sing, Sing“, ein Arrangement von Duke Ellington und Benny Goodman. Das Publikum war hellauf begeistert. Zusammen mit den Honorationen der Stadt York erhob es sich von den Plätzen und spendete enthusiastisch Applaus. Für alle beteiligten Sänger und Musiker und natürlich für die Chorleitungen war das ein phantastisches Erlebnis. Dieses Konzert war der Höhepunkt des Jubiläums.
Der Sonntag stand für private Unternehmungen zur Verfügung. Bei herrlichstem Frühlingswetter konnte man die Stadt auf eigene Faust erkunden. Ein Rundgang über die alte Stadtmauer, Besuch der Shambles oder auch die verschiedenen Museumsgärten luden ein. Wer es bequemer haben wollte, konnte auch eine Schiffstour auf der Ouse machen. In der Vergangenheit war York eine Hafenstadt, die ihren Wohlstand dem Fluss verdankte. Viele nutzten auf die Gelegenheit, den Palmsonntagsgottesdienst im York Minster zu besuchen.
Theo Richter und Gerhard Wild Ehrenmitglieder des YPMVC
Am Abend war das gemeinsame „Celebration Dinner“ in der Dante Suite im York Racecourse. Bei dieser gemeinsamen Feier der Chöre waren auch die Honorationen der Stadt York mit ihren Damen und Frau Bürgermeisterin Vilhjalmsson anwesend. Nach dem Essen , das musikalisch vom Salonorchester Münster untermalt wurde, gab es besondere Ehrungen. Der Ehrenvorsitzendes des MM Theo Richter und der Chorleiter Gerhard Wild wurden zu Ehrenmitgliedern des Yorker Chores ernannt. Die Urkunden überreichte der Präsident des Yorker Chores, Keith Wood. Damit wurde der langjährige Einsatz für die Freundschaft zwischen den Chören gewürdigt. Theo Richter hat in seiner Zeit als er Vorsitzender des MM mehrere Konzertreisen nach York organisiert. Gerhard Wild zeichnet seit 37 Jahren für die Konzertprogramme, die bei den gemeinsamen Konzerten in York und Münster gesungen wurden, verantwortlich. Er hat dabei immer den Kontakt zu den jeweiligen Chorleitern/innen gesucht und gepflegt. Es gab übrigens auch einen Zeitraum, wo beide Chorleitungen den Namen Wild trugen. Bei den Begegnungen in den Jahren 1997 in York und 2000 in Münster hieß die Chorleiterin des YPMVC Jill Wild.
An diesem Abend wurden auch die Gastgeschenke ausgetauscht. Der MM hat eine Broschüre erstellt, die die vergangenen 40 Jahre dokumentiert. Aus der Hand des Autors, Ludger Voß, erhielten der Präsident des Yorker Chores Keith Wood und Jim Waggott, Konzertmanager des Chores und Ehrenmitglied des MM, ein Exemplar dieser Broschüre. Die Sänger des YPMVC erhalten ihr Exemplar bei der nächsten Probe. Dem MM-Vorsitzenden, Oliver Haug, überreichte der YPMVC-Vorsitzender Colin Hockridge ein „commemorative banner“, ein Gedächtnisbanner. Mrs. Gladys Price hat es für diesen Anlaß gestickt. Es wäre kein Abend der Chöre gewesen, wenn nicht auch noch reichlich gesungen worden wäre. Dabei kamen auch die Solisten Mark Coles und Peter Schwarz wieder zum Einsatz. Viele Kontakte wurden neu geknüpft. Es war auch die Gelegenheit, einige ehemalige Phil’s wiederzutreffen, die teilweise einen langen Anfahrtsweg hatten, da sie nicht mehr in York wohnen.
Good by in Münster
Zur Verabschiedung der Münsteraner waren viele Yorker Freunde zum Hotel gekommen. Die Abschlußworte von Colin Hockridge und Oliver Haug waren herzlich und bekräftigten noch einmal, dass diese Beziehung auch für die nächsten Jahre auf einem guten Fundament steht. Bürgermeisterin Viljahmsson sprach von ihrer Begeisterung der letzten Tage. Sie habe schon damit gerechnet, das sie eine freundschaftliche Begegnung erlebt, aber das, was sie erlebt habe beim Empfang, im Konzert und bei dem Abend der Chöre, habe alle ihre Erwartungen übertroffen. Sie sei einfach nur begeistert und ein großer Fan beider Chöre geworden.